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Übungen

 

Schreibanlässe und -übungen - (Maija)

Übung macht, wie immer und überall, so auch beim Schreiben den Meister. Wenn man ans Klavierspielen denkt, sind es aber gerade die Etüden, die am wenigsten Spaß machen. Viele denken, beim Schreiben sei das ebenso. Das stimmt aber nicht.

Fragst du dich,  wo du interessante Übungsaufgaben finden kannst, gibt es nur eine Antwort darauf: Überall: 

Du stehst an der Kasse des Supermarkts und beobachtest eine Szene – mach eine Geschichte draus.

Ein witziger Zeitungsartikel fällt dir ins Auge – daraus wird eine Glosse oder eine Humoreske.

Eine politische Streitfrage erregt dich – schreibe einen Protestsong.

Auf der Terrasse an einem lauen Sommerabend flattert ein Kaisermantel daher - schreib ein Sonett.

Egal, um was es geht, Schreibanlässe findest du, wo du gehst und stehst – im Leben selbst.Das einzige, was du dafür benötigst, ist deine Offenheit dafür, das Öffnen aller Sinne. Das tun im Prinzip alle Künstler. Und du kleidest deine Eindrücke eben in Worte.

Es darf natürlich hier nicht überraschen, dass Autoren sagen: Das Wort ist die edelste Ausdrucksform.

Aber auch und besonders beim Schreiben fallen die Meister nicht vom Himmel. Übung ist vonnöten, regelmäßige Übung. Und wenn du dich mal darauf einlässt, wirst du sehen, dass das unheimlich viel Spaß machen kann. 

Um dir den Weg ein bisschen zu erleichtern, findest du hier eine Reihe von Anregungen. Wenn du diese Übungen alle durch hast, wirst du gelernt haben, dass Schreibanlässe, wie oben schon gesagt, überall ‚herumliegen’.

Und solltest du diese Liste hilfreich finden, würden wir uns freuen, wenn du uns gelegentlich andere Übungen, die dir gefallen, mitteilst, damit wir diese Liste ergänzen könnnen. So nach dem Prinzip: Nehmen und Geben.

 

 
Prosa
 

  • Spontane Schreibidee: Du kennst das: Neben dem Telefonieren her oder in langweiligen Schulstunden kritzelst du wirres Zeug auf ein Blatt. Da entstehen merkwürdige Bildchen, Gesichter, Figuren und Gegenstände. Jedes einzelne davon erzählt eine Geschichte. Schreibe sie.
  • Märchen verfremden (zu mehreren): Kopiere ein Märchen deiner Wahl aus dem Internet. Drucke es aus. Zerschneide es willkürlich (aber nicht wild wie ein Puzzle, sondern so, dass Abschnitte und Sätze erhalten bleiben.) Lege diese Stücke mit der Rückseite nach oben gemischt auf den Tisch. Jeder nimmt sich nun  x Stücke (vorher absprechen) und schaut sie sich an. Er beginnt nun eine Geschichte zu schreiben, in die er (mit Klebstoff) seine Stücke einfügt an der Stelle, an die sie passen. Die Übergänge müssen stimmen und die Geschichte aus einem Guss sein. (Variation: Vorgegeben ist: Mache eine Glosse, eine Horrorgeschichte, einnen Western, eine SF-Geschichte etc. daraus.)
  • Schreiben nach Stichwort: Das muss nicht kommentiert werden. Ein Stichwort ist vorgegeben, danach soll eine Geschichte geschrieben werden. (Variation: Vorgegeben ist: Schreibe eine Gllosse, eine Horrorgeschichte, einnen Western, eine SF-Geschichte etc.)
  • Schreiben nach Zeitungsartikeln: Sammle Zeitungsartikel, die dich besonders ansprechen. (Das solltest du dir sowieso zur Gewohnheit machen.) Überlege, was dem beschriebenen Ereignis vorausging, was folgte - kurz, erzähle die Geschichte ganz. Auch hier kann man nach Genre variieren.
  • Schreiben, durch Bilder inspiriert: Eine unerschöpfliche Quelle für Schreibanlässe sind Bilder jeder Art. Schon eine Reklametafel kann da herhalten. Besonders toll sind natürlich Gemäldegalerien. Jedes Bild ist im Prinzip einn eingefrorener Moment einer Geschichte. Erzähle die ganze Geschichte.
  • Schreibanlass Ausgangssituation: Ja, ja, ja! Ich weiß! Im Prinzip handelt es sich hier um den guten alten Fortsetzungsaufsatz. Ein Stück des Beginns einer Geschichte ist vorgegeben und du sollst die Geschichte fertigschreiben. Der Unterschied ist allerdings, dass du es diesmal freiwillig tust - falls du es tust.
  • Stichworte und enge Vorgabe (zu mehreren): Das ist nicht ganz einfach, aber sehr spannend. Vorbereitet werden müssen *Teilnehmer mal 10* Kärtchen, auf denen Substantive stehen. Egal, was für welche. Je verrückter und weniger im Zusammenhang sie sind, jdesto besser. Diese Kärtchen werden verdeckt auf dem Tisch gemischt (wie bei Memory). Jeder zieht nun 10 Kärtchen und deckt sie in der Reihenfolge des Ziehens (die ist und bleibt verbindlich) auf. Aufgabe: Schreibe eine Geschichte von maximal 1 1/2 (in mittelgroßer Schrift handgeschriebene) Seiten, in welcher die Begriffe in vorgegebener Reihenfolge - jeder nur 1! - mal vorkommen und zwar in einer halben Stunde. Viel Spaß. (Variation: Bereite Kärtchen vor <verschiedene Farbe für die Wortarten/das Genre> und zwar jeweils pro Mitschreiber je ein Substantiv, ein Adjektiv, ein Verb und ein Genre. Je weniger Zusammenhang, je interessanter, wenn auch schwieriger. Mit diesen drei Wörtern und dem vorgegebenen Genre muss nun unter denselben Bedingungen eine Story geschrieben werden.)
  • Genre üben: Mache dich kundig, was verschiedene Genres bedeuten: Krimi, Horror, Exposé (wichtig!) etc. Und trainiere ganz gezielt. Besonders, was ein Exposé ist, solltest du wissen und es auch üben. Denn das ist es, was die Verlage wollen, wenn du hoffst, dass sie einen Text von dir nehmen.

 

Lyrik

  • Gedichtformen: Wenn du ernsthaft Lyrik machen willst, musst du dich mit der Theorie befassen, ob du willst oder nicht. Wenn du dich nicht vertraut machst mit Metrik, Rhythmus, Reimformen etc., wirst du langfristig ein Dilettant bleiben, bei dem es irgendwie immer nicht wirklich so ganz stimmt, wenn er sich an lyrischen Texten versucht. Und entgegen landläufiger Meinung ist die gereimte Form schwieriger zu schreiben als die freie Lyrik. Mache dich also vertraut damit. Unbedingt. (Dazu kommt im Folgenden noch was).
  • Anlässe: Im Prinzip gilt für die Lyrik, was Anlässe betrifft, dasselbe wie für die Prosa. Die Entscheidung, ob ein Eindruck in Gedicht- oder Prosaform verarbeitet wird, liegt bei dir.

 

Besonderes

Hier findest du noch vier Referate zu besonderen Themen, in denen einiges in Kürze zusammengefasst ist, was du andernorts vielleicht umständlich zusammensuchen müsstest.

Und nun: Viel Spaß!

 

 

 

Falls du mal sehen willst, was zu solchen Themen andernorts 'erübt' wurde, dann schau mal hier rein:

Wortmagier - Werkstatt

 

 

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