"Das Zeitalter der Fünf - Priester" von Trudi Canavan
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Priester –Das Zeitalter der Fünf– von Trudi Canavan(Rezension von Caro) |
Nach „Die Gilde der schwarzen Magier“ beschloss die australische Erfolgsautorin Trudi Canavan, ein wenig Abstand von Imardin und seiner Zaubererschule zu gewinnen, und machte sich an die Erschaffung eines völlig neuen Kontinents: Ithania. In ihrer Trilogie „Das Zeitalter der Fünf“ soll der Leser erneut in eine Welt voller Magie, Abenteuer und Leidenschaft entführt werden. Dennoch verzichtete die Erfolgsautorin nicht auf altbewährte Elemente der Zaubererkunst, die auch schon in der Welt ihrer Protagonistin Sonea zum Einsatz gekommen sind. Und dennoch unterscheidet sich „Priester“ von „Die Rebellin“…
Auraya wurde auserwählt: sie wird eine der fünf Weißen, der Vertreter der Götter auf dem Kontinent Ithania. Obwohl ihr mit der Auserwählung große Ehre zuteil wurde, sieht Auraya sich gezwungen, alles zurückzulassen, was ihr lieb und teuer ist. Und so schmerzt vor allem der Abschied von dem Traumweber Leiard, der ihr nicht nur ein Mentor, sondern auch ein treuer Freund geworden war. In Jarime, der Stadt der Weißen, sieht sich die junge Zauberin bald ihrer ersten großen Aufgabe als Vertreterin der Götter ausgesetzt: sie soll Verbündete für Nordithania und gegen die Invasion der gefürchteten Zauberersekte der Pentadrianer finden. Bald kristallisiert sich heraus, dass die Weißen auf die Unterstützung der Traumweber angewiesen sind- eine Tatsache, die mehr als nur leichte Kontroversen heraufbeschwört, da der Kult der Weißen die Traumwebersippe von jeher als ungläubige Heiden verachtet. Aurayas Zuneigung zu Leiard und ihr Entschluss, den alten Freund als Ratgeber der Weißen einzustellen, scheint die beiden Gemeinschaften zunächst einander näherzubringen. Doch dann bricht der Krieg los, und Auraya sieht sich einer Entscheidung gegenübergestellt, die das Schicksal des ganzen Kontinents verändern könnte…
Priester weist eine ganze Reihe Parallelen zu der Trilogie der „Gilde“ auf. Neben dem Aufbau des Kontinents Ithania, der mit der Gegenüberstellung zweier feindlicher Parteien den Prinzipien von Soneas Welt entspricht, wurden auch Elemente wie die Heilung Verletzter und Kranker durch Magie und die Art der Verwendung von Zauberkraft übernommen. Ithania bietet wenig Überraschendes. Lediglich der Aspekt der Leidenschaft wird am Beispiel der Beziehung von Auraya zu ihrem Mentor Leiard betont. Jedoch fallen auch hier Parallelen zur Gilde auf, wo es Sonea und Akkarin gewesen waren, die sich von einander angezogen fühlten. Hielt sich in der Gilde das Verhältnis zwischen Schülerin und Mentor im Hintergrund, so wird es im „Zeitalter der Fünf“ zu einem handlungstragenden Konflikt.
Der Schreibstil Trudi Canavans in Priester steht der Gilde zwar in nichts nach, aber dennoch vermag es die Autorin nicht, ein Spannungsgefühl über die mehr als 800 Seiten aufzubauen. Die Geschehnisse plätschern vor sich hin, bis mit dem Eintreten der Schlacht und der einhergehenden Beschleunigung der Begebenheiten Tempo in die Geschichte um Auraya und den Krieg der Weißen kommt.
Das Ende von „Priester“ ist mitreißend. Es ist geschrieben, wie es Liebhaber der Gilde erwarten werden: leidenschaftlich, spannungs- und temporeich, witzig und gefühlsvoll, während auch die Action nicht zu kurz kommt. Doch 100 Seiten Leseerlebnis können 700 Seiten Langeweile nicht ausmerzen. Der erste Teil des „Zeitalters der Fünf“ enttäuscht. Leider. Hoffen wir, dass die Geschehnisse rund um Auraya im zweiten Teil mehr Überraschungen bereithalten.
Trudi Canavan: Das Zeitalter der Fünf- Priester
Blanvalet 2007


Für "Priester" gibt es von den Stifthelden aus diesem Grund nur zwei von fünf Stracciatellafröschen.
(Rezension von Caro)
