Schreiben - aber wie?
Wie man das Schreiben lernen kann
von A.R.T.
Wie Caro in „Über das Schreiben – Der Mythos vom Naturtalent“ bereits erwähnte, ist Schreiben kein Talent, über das man entweder verfügt oder eben nicht. Es ist ein Handwerk, das erst erlernt werden muss, wenn es nicht im Desaster enden soll. Auch Albert Einstein wäre nie dazu gekommen, die Relativitätstheorie zu verfassen, hätte er nicht irgendwo die Grundlagen der Mathematik und der Physik gelernt. Später nutzte er auch diverse Fortbildungsmaßnahmen, um sich in seinem Handwerk zu verbessern. Ein Punkt, an dem sich Jungautoren orientieren sollten, denn es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Hier stellt sich die Frage: Wie genau kann man denn dieses Handwerk erlernen?
Dazu gibt es verschiedene Wege.
Wie auch Caro schon sagte, ist das Lesen der Werke anderer Autoren eine gute Möglichkeit. Häufig lernt man unbewusst viel über die Struktur des Romans und eignet sich vor allem einen besseren Schreibstil an. Und das muss nicht einmal teuer sein. Lesenswerte Bücher kann man in Bibliotheken meist kostenlos ausleihen. Hierbei ist zu empfehlen, sich vorher Rezensionen und Bewertungen aus dem Internet zu filtern und geeignete Bücher des selbst verwendeten Genres auszusuchen (z. B. hier unter „Rezensionen“), damit das Stöbern in den Bibliotheken nicht zur Qual wird.
Des Weiteren kann man auch durch die virtuellen Welten der Autorenforen spazieren und sich dort die Gedichte und Kurzgeschichten durchlesen, vielleicht auch zur Freude des Autors eine Kritik dalassen. Hier kann auch das Stiftheldenforum behilflich sein.
Doch allein durch Lesen ist eben nicht alles getan. Denn ein wenig Grundwissen bezüglich Plot, Dialoge, Charaktere etc. muss auch vorhanden sein. Wie kommt man an solche Informationen?
Zum Einen gibt es die Schreibseminare, die zwar sehr hilfreich sein können, aber doch recht teuer. (Mehr dazu unter Fortbildung.) Zum Anderen gibt es Bücher, Zeitschriften, Websites etc. Zum Beispiel gibt es den Tempest, der qualitativ hochwertiger als so manche kostenpflichtige Zeitschrift ist und den man auf www.autorenforum.de umsonst abonnieren kann, um regelmäßig mit Infos und Tipps rund um das Autorendasein versorgt zu werden. Auf der genannten Website gibt es auch das Archiv, dass die Ausgaben der letzten Jahre beinhaltet. Hier lohnt es sich vor allem, die Schreibkurse und Interviews mit Autoren, Verlegern etc. der einzelnen Ausgaben durchzulesen.
Hier bei den Stifthelden findet ihr unter „Literarische Tipps“ auch so einige hilfreiche Infos zum Thema, die es allemal wert sind, einmal durchgenommen zu werden!
Auch sollte man sich mit Büchern zum Thema Kreatives Schreiben befassen. Es gibt viele, doch nur einige helfen wirklich weiter. Mein absoluter Favorit ist „Kreativ Schreiben – Handwerk und Techniken des Erzählens“ von Fritz Gesing. Zu Themen wie Charaktere, Plot, Titel, Anfang und Ende, Dialog, Sprache, Überarbeitung u. a. gibt es wirklich hilfreiche Tipps. Ich kann es nur empfehlen. Übrigens gibt es noch eine Fortsetzung: „Kreativ Schreiben für Fortgeschrittene – Geheimnisse des Erfolgs“. Ich bin noch nicht dazu gekommen, sie zu lesen, werde es aber möglichst demnächst tun... also dann! ;)
Mehr zu Büchern zum Thema Schreiben findet ihr im Stifthelden-Buchladen auf dieser Seite, wenn ihr einige der Listen anklickt. Lest euch die Kurzbeschreibungen und Kundenrezensionen durch, und notiert euch dann die Titel von Büchern, die euch ansprechen, um sie euch zu beschaffen.
Die Preise für solche Bücher kursieren um 10 €. Schwierig... wird das Erlernen des Schreibens nun doch teuer? Klare Antwort: Nein! Denn auch diese Bücher stehen in Bibliotheken zur Verfügung. Ihr müsst nur einmal nachfragen! Werke zum Thema gibt es bestimmt. Besonders „Kreativ schreiben“, das inzwischen zum Standardwerk aufgestiegen ist, oder auch James N. Freys „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“, sollten vorhanden sein.
Und wenn sie schon verliehen sind, kann ich folgenden Tipp geben: Geht doch mal in eine weniger große Bücherei! Die Auswahl ist zwar kleiner, die Ausleiherzahl allerdings auch! Probiert es aus.
Ebenfalls findet ihr Tipps zum Thema Schreiben auf den Webseiten, die bei den Links unter „Tipps“ verzeichnet sind.
Ein Wort zum Schluss: Lasst euch nicht von Leuten verwirren, die meinen, dass Schreiben ein angeborenes Talent ist. Jeder kann schreiben! Dahinter steckt intensive Arbeit, und wer meint, man könne ohne Erfahrung und Übung gleich wie ein Meister drauflos schreiben, der hat – um es mal knallhart auszudrücken – überhaupt keine Ahnung. Denn letztendlich lernt man eben nicht nur aus dem Schreiben selbst oder aus dem Lesen anderer Werke. Man benötigt doch gewisse Grundkenntnisse, die nicht „einfach so“ erhältlich sind. Doch mit Mühe und Fleiß sind auch die irgendwann da, so viel kann ich versprechen!
Ganz wichtig: Bleibt offen für Neues, lernt jeden Tag dazu! Niemand ist perfekt, nicht einmal jemand wie Stephen King. Auch er lernt täglich etwas Neues. Deswegen: nicht aufgeben und nie unterkriegen lassen!
Viel Glück!
Schreibblockade - was jetzt?
von Lilly Leindy
Das Problem Schreibblockade kennt wahrscheinlich jeder Autor. Ob monatelang die richtige Inspiration fehlt oder es nur einige Tage sind, in denen man vor dem PC sitzt und nichts als zwei fantasielose Sätze zu Papier oder Tastatur bringt; Es nervt! Plötzlich scheint die Zeit, in der man dasaß und die Kapitel sich flüssig, schnell und beinahe wie von selbst schrieben, ganz fern. Doch was kann man tun, um die kleine oder große Blockade zu überwinden?
Erstens solltest du dir darüber klar werden, dass eine Blockade, in welchem Sinne auch immer, eine reine Kopfsache ist. Aus irgendeinem Grund kannst du einfach zurzeit nicht so schreiben wie sonst. Und das liegt weder an höheren Mächten noch an einem jähen Verlust jeglicher Kreativität. Wahrscheinlich bist du einfach nur mit deinen Gedanken irgendwo anders, hast tief im Inneren leise Zweifel an deinem Werk oder einfach nur einen dieser Tage erwischt, an denen du keine Lust auf gar nichts hast. Was dir da helfen kann? Im Grunde ist es ganz einfach:
Zwing dich niemals zum Schreiben! Schreiben soll Spaß machen, und wenn es das nicht tut, wird das Ergebnis dich nicht zufrieden stellen. Anstatt fünf Stunden lang über deinem Manuskript zu brüten und am Ende nur zehn läppische Sätze zustande gebracht zu haben solltest du den PC lieber ausschalten und es ganz lassen. Lenk dich ab, denk an etwas anderes und schenk dir einen schreibfreien Tag oder eine schreibfreie Woche. Du wirst feststellen, dass deine Inspiration schon bald zu dir zurückkehrt und das Schreiben dir wieder Freude bereitet. Das, was du dann schreibst, wird schon wieder vorzeigbar sein.
Lies dein Werk nochmal von Anfang an. Am Anfang war alles ganz einfach und hat Spaß gemacht und jetzt verzweifelst du an Seite 115 oder am fünften Kapitel? Keine Sorge, das ist normal. Um wieder zurück in die Geschichte zu finden solltest du das Buch noch einmal von Anfang an lesen. Gleichzeitig kannst du auch bereits kleine Verbesserungen durchführen, da man sich als Schriftsteller meistens während des Schreibens an einem Buch merklich verbessert. Wenn du vom Anfang bis zum `kritischen Punkt´ gelangt bist, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass du neu inspiriert bist und sofort weiter schreiben kannst, weil du praktisch mitten in der Geschichte steckst.
Schreib etwas anderes. Ganz gleich, ob du ein Gedicht, eine Kurzgeschichte oder vielleicht ein Lied zu Papier bringst; Lenk dich mit einem anderen Werk von deinem `Problemkind´ ab. Du wirst sehen, dass du nicht in deiner Kreativität eingeschränkt bist, sondern lediglich bei diesem einen Projekt nicht weiter kommst.
Im Grunde gilt Folgendes: Schreibblockaden sind meist kurzweilig und enden irgendwann. Setz dich nicht unter Druck, sondern gönn dir lieber bewusst eine Pause vom Schreiben.
